Geschichte der SpVgg – 1922 bis 1955

By 19. Juni 2011Geschichte

Vor 50 Jahren schlossen sich auf freiwilliger Basis die zwei rivalisierenden Fußballvereine „Sportverein 1922 Jugenheim“ und „Fußballsportverein 1923 Seeheim“ zusammen. Es kam zur Gründung der „Spielvereinigung Seeheim-Jugenheim an der Bergstraße e.V.“

Chronik der Spielvereinigung Seeheim-Jugenheim e.V.

1922-  Gründung Sportverein Jugenheim
Der Sportverein 1922 Jugenheim wurde  von ca. 20 Sportfreunden im Gasthaus Zur Traube gegründet. Zumeist handelt es sich um Neubürger, die bereits in ihrer früheren Heimat als jugendliche Fußball gespielt haben. Ihre Erfahrung und ihre Begeisterung übertrug sich schnell auf die eingesessenen Jugenheimer, so dass ein geordneter und gesicherter Spielbetrieb nicht lange auf sich warten ließ. Man kaufte Bälle, Spielkleidung  und die verschiedensten Sportgeräte ( der Verein betrieb nämlich auch Leichtathletik ),man suchte sich Gönner und Förderer und ließ sich auch nicht entmutigen als man feststellen musste, dass die damals zuständigen Gemeindeorgane keinerlei Unterstützung gewährten.
Um wenigstens üben zu können, verwandelten jene Idealisten in mühevoller Arbeit die sogenannte „ Scherbekaut „ , die heute den Parkplatz am Schuldorf bildet, in einen Kickplatz. In Alsbach  und Bickenbach, wo man damals schon über Sportplätze verfügte, erhielten die Jugenheimer die Möglichkeit ihr Spiel- und Sportprogramm abzuwickeln.
Erst 1927 konnte nach vielen Verhandlungen mit Gemeinde und Fiskus mit dem Bau eines Sportplatzes in Jugenheim begonnen  werden. Ohne jede finanzielle und materielle Hilfe von außen wurde er von wenigen Vereinsmitgliedern hergerichtet.
Neben den sportlichen Erfolgen im Fußball und der Leichtathletik sorgten nunmehr verstärkt auch die vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen, zu denen auch Theateraufführungen gehörten, für eine verdiente Publizität des Vereins.

1923 – Gründung Fußballsportverein Seeheim
Der Fußballsportverein Seeheim wurde im Frühjahr 1923 aus der Taufe gehoben. Die Gründer fassten diesen Beschluss damals in der Backstube des Bäckermeisters Karl Spalt in der Ober-Beerbacher Straße ( ehemalige Bäckerei Dachselt ).
Ein relativ kleiner Sportplatz, der sofort zur Verfügung stand, verringerte zwar die Startschwierigkeiten, zwang aber den Verein baldigst an den Bau eines Spielfeldes mit normalen Ausmaßen zu gehen. Er entstand in selbstloser Eigenarbeit durch Abtragung eines Geländebuckels nach Feierabend dort wo heute die Versehrtensportgemeinschaft ihr Heim hat.
Durch diese relativ guten Bedingungen blieben die Erfolge auch nicht aus: 1923/24 wurde die Meisterschaft in der C-Klasse erspielt, 1924/25 bereits die der B-Klasse und damit der Aufstieg in die A-Klasse. Inzwischen war auch ein Umkleidehaus mit Waschraum erbaut, das später in Zusammenarbeit mit dem Turnverein erweitert wurde.

1945 – Nach dem 2. Weltkrieg
Nach dem 2. Weltkrieg wurden in den Gemeinden mit der Erlaubnis der Militärregierung üblicherweise alle Sport-Turn- und Gesangvereine zu einem Verein zusammengeschlossen.
So entstand in Jugenheim die „Sport- und Kulturgemeinde Jugenheim“ mit etwa 800 Mitgliedern, die Vereine wurden jedoch im Laufe der Jahre wieder selbständig.
In Seeheim wurde unter dem Vorsitz von Adam Klinger die „Sportgemeinde 45 „ gegründet. Betreuer für die einzelnen Sparten waren: Fußball – August Hartmann, Handball – Erwin Wagner, Schwerathletik – Peter Horst II, Radfahren – Heinrich Büdinger und Schach – Robert Bertsch. Turnen und Gesang blieben damals zunächst ohne persönliche Betreuung. Rechner war Georg Schäfer IV, Sportwart Heinrich Klinger und Geschäftsführer Gustav Neumann, der Später Kassenwart des Hessischen Fußballverbandes wurde.
Auch in Seeheim machten sich im Laufe der Jahre die Vereine wieder selbständig.

1955 – Die Fusion ( Gründung der Spielvereinigung )
In diesem Jahr verhandelten Heinrich Klinger für die „ Sportgemeinde 45 Seeheim“  und Peter Thomas beziehungsweise Robert Abele für den „SV Jugenheim“ über eine Fusion beider Clubs. Sie hatten es verständlicherweise nicht leicht, die Mitglieder ihrer jeweiligen Vereine von der Richtigkeit dieses Zusammenschlusses zu überzeugen. In den entscheidenden Abstimmungen siegten schließlich auf beiden Seiten Vernunft und Weitblick, so dass es am Jahresende zur Gründung der Spielvereinigung Seeheim-Jugenheim a. d. Berstraße, kam.
Den Wert dieser Entscheidungen für den Fußballsport in unserer Gemeinde zum heutigen Zeitpunkt kann man nicht objektiv messen, man kann ihn aber erahnen. Man muss sich nur einmal mit wachem Auge ansehen, wie im sportlichen und materiellen Konkurrenzkampf unserer heutigen Zeit klein gebliebene Vereine weder richtig leben noch würdevoll sterben können. Unsere Spielvereinigung ist zwar auch heute nicht groß, sie hat jedoch ein realistisches Verhältnis zu ihrer Leistungsfähigkeit und sie ist in jeder Hinsicht gesund.
Am 01.01.2004 gehörten 402 Mitglieder dem Verein an, davon 200 Jugendliche sowie 18 Fußballmädchen.
Mit Sicherheit hat vor 50 Jahren noch niemand daran gedacht, dass Seeheim und Jugenheim auch politisch einmal eine Gemeinde werden würden. Dass es aber zum Zeitpunkt dieses Zusammenschlusses beider Gemeinden vor 29 Jahren relativ ruhig und sachlich zuging und die Bürger beider Gemeinden so schnell zueinander fanden, darf sicher zum Teil schon auch als ein Wertpunkt für die Vereinszusammenlegung 1955 vermerkt werden.